Ernährungsindustrie
Essen ist nicht nur das, was wir auf unserem Teller haben. Die Erzeugung, die Verarbeitung, der Vertrieb und der Verzehr von Nahrungsmitteln beeinflussen viele Bereiche unseres täglichen Lebens. Hierzu zählen die Wirtschaft, die Umwelt und nicht zu letzt die Gesellschaft.
Die Ernährungsindustrie liegt – gemessen am Umsatz – noch vor der Automobilbranche und der chemischen Industrie in Europa. Sie ist der größte Arbeitgeber in der Europäischen Union. Auch in Deutschland gehört die Ernährungsindustrie zu den wichtigsten Industriezweigen.
Die Ernährungsindustrie ist durch ihre Vielzahl an kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) charakterisiert. Diese Vielfalt steht für große Flexibilität. Oft handelt es sich um Familienunternehmen, die in nachfolgender Generation geführt werden. Hier ergibt sich eine Bandbreite von Aufgaben, wobei der in die Zukunft gerichtete Blick zu den zentralen Führungsaufgaben gehört.
Wichtige Weichenstellungen benötigen Erkenntnisse, die über Erfahrungsaustausch gewonnen werden. Expertengespräche gehören deswegen zu den Handlungsfeldern des FPI.
Das steigende Bewusstsein für Umweltfragen und Nachhaltigkeit – der bewusst schonende und respektvolle Umgang mit Ressourcen – erfasst alle Bereiche der Gesellschaft und betrifft alle Wirtschaftssektoren.
Ressourceneffizienz als Gewinn für Wirtschaft und Umwelt
Sowohl die Umwelt als auch wirtschaftliche Erwägungen spielen bei der Schonung der natürlichen Ressourcen eine Rolle. Die ergiebigere Nutzung der Rohstoffe wird durch den Einsatz ressourceneffizienter Verfahren erreicht und somit eine Minimierung von Reststoffen. Der effiziente Umgang mit Rohstoffen und Energie sorgt für wirtschaftliche Vorteile genauso wie er dem ökologischen Gleichgewicht zugute kommt.
Auf der anderen Seite ist aktive Umweltpolitik auch ein Element der Agrarpolitik. Bund, Länder und EU fördern mit speziellen Agrar-Umweltmaßnahmen den Schutz von Klima, Böden, Gewässern und biologischer Vielfalt und koppeln Unterstützungen der Landwirtschaft an die Erfüllung von Auflagen im Umweltschutz. In Deutschland trägt die Landwirtschaft dazu bei, unsere Kulturlandschaften zu pflegen und orientiert sich an Umwelt- und Naturschutz, Klimawandel und biologischer Vielfalt.
Unsere Ernährungsgewohnheiten beeinflussen unsere Gesundheit. Neben der lebenserhaltenden Nahrungsaufnahme spielt der Genuss eine besondere Rolle.
Die moderne Nahrungsmittelverarbeitung ermöglicht ein breites Angebot spezifischer Nahrungsmittel, mit dem sie auf den Wandel in der Gesellschaftsstruktur reagiert. Es gibt besondere Lebensmittel für Kinder sowie für ältere Menschen, für Allergiker sowie für überzeugungsbedingtes Ernährungsverhalten, wie z. B. die vegetarische Lebensweise. Das durch die Forschung zunehmende Verständnis für das Zusammenspiel der Nährstoffe ermöglicht Produkte mit Zusatznutzen, Functional Food genannt.
Die immer engere Verflechtung der Märkte bringt uns als Verbraucher exotische Spezialitäten auf den Tisch. Das steigende Bewusstsein für Nachhaltigkeit, also der bewusst schonende und respektvolle Umgang mit Ressourcen, und die Ausrichtung unserer Handlungen danach, lässt uns die ansehnliche Vielfalt auch genießen.
Essen ist mit kulturellen Traditionen verbunden. Zu einer Feier gehört immer auch ein gemeinsames Essen. Regionaltypische Spezialitäten sind mit Brauchtum verknüpft und stellen als Spiegelbild der Regionen ein Kulturgut dar.

